Gibt es eine anerkannte Ernährungsberater-Lizenz?

Zuletzt aktualisiert: Oktober, 2019

Ernährungsberatung ist ein zukunftsträchtiges Tätigkeitsfeld. Für immer mehr Menschen spielt eine gesunde Ernährung im stressigen Alltag eine wichtige Rolle. Außerdem sind Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten in den letzten Jahren auf dem stetigen Vormarsch. Kein Wunder also, dass die professionelle Hilfe durch einen Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin sich einer zuwachsenden Nachfrage erfreut. Allerdings handelt es sich beim Ernährungsberater nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf. Daher steht die Frage im Raum, ob man seine Profession beispielsweise durch eine Lizenz nachweisen kann.

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Gibt es eine Ernährungsberater-Lizenz?

Offizielle und allgemein anerkannte Lizenzen im Sinne eines allgemeingültigen Abschlusses gibt es für den Ernährungsberater nicht. Da es sich nicht um einen geschützten Beruf handelt, kann die Ausbildung zum Ernährungsberater von jeder privaten Einrichtung angeboten werden. Dort erhalten Sie nicht selten “nur” ein institutseigenes Zertifikat, dessen Stellenwert immer von Fall zu Fall zu werten ist. Ein allgemeingültiges Qualitätssiegel erhalten Sie somit nicht.

Diesen Umstand machen sich leider auch schwarze Schafe der Branche zunutze und bieten eine teure Ausbildung in schlechter Qualität an.

Was ist mit den A-, B- und C-Lizenzen, die man aus der Fitnessbranche kennt?

Wo es keine staatlichen Regelungen gibt, setzen sich manchmal brancheneigene Lösungen durch. Im Fitnessbereich gibt es beispielsweise die Trainerlizenzen, die je nach Ausbildungstiefe umschrieben sind:

  • A-Lizenz
  • B-Lizenz
  • C-Lizenz

Das ist aber eine Erfindung der Fitnessindustrie, um zu versuchen, einen Mindeststandard bei der Ausbildung zu etablieren. Etwas Vergleichbares existiert im Bereich Ernährungsberatung nicht. Zwar gibt es mittlerweile einige Anbieter, welche die Chronolgie von A-, B- und C-Lizenz für ihre eigenen Kurse als eine Art Stufensystem verwendeen, jedoch hat dies keinerlei offiziellen Charakter.

Die Schulen verfügen grundsätzlich über eine freie Hand darüber, wie Sie die Ausbildung zum Ernährungsberater und deren Inhalte gestalten. Auch im Bezug auf den Umfang und die Dauer der Ausbildung haben die Anbieter zunächst einmal die alleinige Entscheidungsgewalt.

Alternativen zur Lizenz als Ernährungsberater

Ihre beste Option, sich eine Art Lizenz als Ernährungsberater anzueignen, ist grundlegend der Abschluss an einer renommierten Schule. Ein solcher eröffnet Ihnen zahlreiche Türen am Anfang Ihrer neuen Karriere. Zwar ist es grundlegend nicht dasselbe wie eine „Lizenz“, fungiert aber ähnlich und verleiht Ihnen definitiv ein Qualitätssiegel. Wir haben für Sie eine Liste mit eben solch renommierten Anbietern zusammengestellt:

Vergleichen Sie das Angebot der Schulen in Ruhe, bevor Sie sich entscheiden. Es empfiehlt sich auch, besonders auf die Studieninhalte der einzelnen Schulen zu achten. Einen Überblick über die Kosten finden Sie in den kostenlosen Studienbroschüren auf den Webseiten der Schulen unter:

 Anbieter Kosten  Webseite
sgd-darmstadt-logo Ab 140 € im Monat. Fernschule mit Tradition seit 1948. www.sgd.de
ils-logo Ab 193,00 ,- im Monat. Größte Fernschule in Deutschland www.ils.de
ils-logo.gif Fernschule mit Fokus auf die Naturheilkunde. Die Kosten für die Ausbildung am BTB finden Sie auf der Webseite. www.btb.info
ernährungsberater ausbildung kosten Insgesamt 1737,-. Die Akademie der Naturheilkunde legt den Fokus ebenfalls auf die Naturheilkunde. Ein Interview einer Absolventin finden Sie hier. www.akademie-der-naturheilkunde.com
ernährungsberater ausbildung kosten Ab 70,00 ,- im Monat. Sehr günstiger Anbieter. www.laudius.de
ernährungsberater Ausbildung ist Institut Ab 193,00 ,- im Monat.
Die Gesamtkosten für den Lehrgang am  IST-Studieninstitut  liegen bei 2.702,00 ,-
www.ist.de
ernaehrungsberater-ausbildung-kosten 697 ,- komplett! Demo-Zugang testen! Die Ernährungsberater-Ausbildung im Fernstudium an der OTL Akademie hat einen sehr sportbegeisterten Hintergrund. www.online-trainer-lizenz.de
apollon-hochschule-logo 207,- im Monat.
Die Gesamtkosten für den Lehrgang liegen bei 1.863,-. Die Apollon Hochschulen sind auf Fernstudiengänge im Gesundheitswesen spezialisiert.
www.apollon-hochschule.de

Sollten Sie während Ihrer Recherche einen anderen Anbieter finden, dessen Angebot Ihnen zusagt, möchten wir Ihnen unseren Artikel über die Kosten der Ausbildung zum Ernährungsberater ans Herz legen. Dort finden Sie u.a. eine Checkliste, mit der Sie seriöse Anbieter besser herausfiltern und somit einen langen Bogen um die zahlreichen schwarzen Schafe schlagen können.

Es gibt für Sie noch weitere Optionen, einen allgemeingültigen Qualitätsnachweis über Ihre Tätigkeit als Ernährungsberater zu liefern. Da wäre zunächst einmal ein Studium aus der Richtung zu nennen (mehr dazu auch in unserem Artikel unter: www.ernaehrungsberaterausbildung.com/ernaehrungswissenschaften-fernstudium). Egal, ob Sie nun ein klassisches Vollzeitstudium oder eher ein Fernstudium anspricht, ein Bachelor- oder Master-Abschluss in einem der zahlreichen Studiengänge rund um das Thema Ernährung ist definitiv ein Gütesiegel, dass für Sie spricht.

Weiterhin gibt es spezielle Weiterbildungsmaßnahmen, die eine staatliche Anerkennung genießen. Diese sind vor allem für Sie interessant, wenn Sie planen, selbstständig als Ernährungsberater durchzustarten. In unserem Artikel über die Kooperation mit den Krankenkassen finden Sie einen detaillierten Abschnitt rund um besagte Maßnahmen.

Gibt es eine Ernährungsberater-Ausbildung bei der IHK?

Auf Ihrer Suche nach einer Ausbildung zum Ernährungsberater werden Sie bei einigen Anbietern den Hinweis auf ein IHK-Zertifikat finden. Das bedeutet aber nicht, dass die Ausbildung bei der IHK stattfindet, oder dass die IHK in jeglicher Form Einfluss darauf hat. Wie bereits erwähnt, ist die Ausbildung zum Ernährungsberater keine klassische duale oder schulische Ausbildung, wie sie unter dem Dach der IHK im Rahmen ihres öffentlich-rechtlichen Auftrages stattfindet.

Dieser Teil der IHK ist zu unterscheiden von den privatwirtschaftlichen IHK-Akademien. Diese vergeben in Kooperation mit privaten Bildungsanbietern gegebenenfalls ein IHK-Zertifikat. Das ist sehr teuer und muss aus Ihrer eigenen Tasche bezahlt werden. Ein wirkliches Qualitätssiegel ist dieses Zertifikat aber auch nicht.

Vielmehr liegt es nahe, dass hier auch wirtschaftliche Interessen der IHK-Akademie eine Rolle spielen und nicht unbedingt nur der Nachweis einer qualitativ guten Ausbildung.

Sind die Zertifikate anerkannt wie der IHK-Ausbildungsabschluss?

Da es einen deutlichen Unterschied zwischen einem IHK-Abschluss und einem IHK-Zertifikat gibt, werden diese entsprechend unterschiedlich anerkannt. Ein IHK-Abschluss ist natürlich allgemein anerkannt, für ein IHK-Zertifikat gilt das aber nicht. Beim Zertifikat wird nur eine Kooperation der IHK-Akademie mit einem privaten Bildungsanbieter aufgezeigt. Weder der Abschluss noch das Zertifikat ist gleichzusetzen mit einem anerkannten Abschluss.

Vielmehr ist entscheidend, ob die Ausbildung an der betreffenden privaten Schule in der Branche anerkannt ist – unabhängig von einem IHK-Zertifikat. Die privaten Schulen vergeben in der Regel für den Abschluss ein institutseigenes Zertifikat.

Was kostet eine seriöse Ernährungsberater-Lizenz?

Eine eventuelle Lizenz von einer privaten Schule beschreibt nur den Abschluss der Ausbildung als Ernährungsberater. Die Lizenz ist damit Bestandteil der Ausbildung. Die Ausbildung zum Ernährungsberater muss selbst finanziert werden, da nur der Weg über einen privaten Bildungsträger für die Ausbildung möglich ist. Die Kosten hängen von der Schule und der gewählten Unterrichtsform ab. Beispielsweise ist ein Fernstudium meist günstiger als Präsenzunterricht.

Eine seriöse Schule nimmt für die Ausbildung keinesfalls mehr als 3.000 Euro. Das ist eine gute Orientierungslinie. Viele Anbieter im Bereich Fernunterricht nehmen zwischen 1.800 Euro und 2.700 Euro.

Einzelne Anbieter nehmen auch weniger, bei guten Angeboten liegt der Preis auch schon mal bei deutlich unter 1.000 Euro. Auch bei seriösen Schulen sind solche Angebote zu finden. Die Kosten werden meist als monatliche Gebühren für die Regeldauer der Ausbildung gezahlt, in manchen Fällen gibt es auch eine separate Prüfungsgebühr.

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